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Urologisches Zentrum

Tel.: 07151 53368
Fax: 07151 562372

Bahnhofstr. 75
71332 Waiblingen

Tumoren der Niere

a) gutartige Tumore:

  • Adenom: drüsenartiges Epithel
  • Onkozytom: aus Drüsenzellen aufgebaut
  • Angiolipom: Lipom mit ausgeprägten hämangiomatösen Komponenten 
  • Fibrom: gefäßreiches Bindegewebe


b) bösartige Tumore:

Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom macht ca. 3 % aller bösartigen Tumore aus. Männer sind im Verhältniss zu Frauen 3 x häufiger betroffen. Die Erkrankung  wird vornehmlich im 5. und 6. Lebensjahrzehnt als Zufallsbefund im Rahmen einer Vorsorge bei Ihrem Hausarzt oder Urologen mittels Ultraschall entdeckt.

Symptome: im Frühstadium keine Beschwerden,  Blut im Urin (schon als Spätstadium zu werten),  tastbarer Tumor, Flankenschmerzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Appetitsverlust (sog. B- Symptomatik), leichtes Fieber bis 38°C.

Diagnostik: Harnuntersuchung, Labor (Blutarmut ?), Ultraschall, Urogramm, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Weiterhin wird oft ein Röntgenbild der Lunge und eine Knochenuntersuchung zum Ausschluß von Absiedelungen durchgeführt.

Die Therapie richtet sich nach der Größe und der Lage des Tumors und ist immer zunächst operativ: Nierenerhaltende Tumorentfernung (bei Tumoren kleiner als 5 cm und seitlich  sitzend), LTN oder TTN (lumbale bzw. transperitoneale Tumornephrektomie je nach Größe des Tumors),  die Entfernung des  Primärtumors und auch von Metastasen (z.B. große paraaortale  Lymphknotenmetastasen) ist immer anzustreben, da eine weitere medikamentöse Therapie bei kleinerer Tumormasse besser anspricht).
Als medikamentöse Therapie bietet heute die sog. Immun- / Chemotherapie oder eine gezielte Therapie gegen Tumorwachstumsfaktoren einen guten Therapieansatz  (Verlängerung der Überlebenszeit)

Prognose: im Frühstadium (T1/T2) mit heilender Operation und ohne Metastasen gut (5 –Jahresüberlebensrate: 95%).

Nierenbeckenkarzinom und Harnleiterkarzinom (Urothelkarzinom)

Das Übergangszellkarzinom des Nierenbeckens und des Harnleiters macht ca 1% der Tumore der Urogenitalorgane aus und ist damit sehr selten. Das Harnblasenkarzinom, welches ebenfalls ein Übergangszellkarzinom ist, ist weitaus häufiger (siehe unten). Das  Verhältnis Männer zu Frauen beträgt 2,8:1. Es kommt  im 7. Lebensjahrzehnt am häufigsten vor. Das Urothelkarzinom ist in manchen Fällen, bei denen eine berufliche Belastung mit sogenannten tumorauslösenden Giften nachgewiesen ist, als  Berufskrankheit anerkannt. Fragen Sie hierzu Ihren behandelnden Arzt. Fast alle Patienten mit Urothelkarzinomen sind Raucher oder ehemalige Raucher (Nikotin als krebsauslösender Faktor bekannt).

Symptome: Blut im Urin als Frühsymptom (Anschluss ans Nierenhohlsystem), häufig Flankenschmerzen durch Abgang von Blutkoageln. 

Diagnose: Labor, Ultraschall, Röntgen der Niere mit Kontrastmittel, CT, Harnleiterspiegelung mit Zytologie und Probeentnahme.

Die Therapie besteht durch die chirurgische Resektion: NUE (totale Entfernung der Niere und des Harnleiters über 2 Schnitte in der Flanke und am Unterbauch, oder endoskopisch ). Bei Einzelniere ist evtl. die Entfernung des befallenen  Segments und eine Naht des Harnleiters möglich. Medikamentöse Behandlungen mittels Chemotherapie mit Cisplatin und Gemcitabine werden in fortgeschrittenen Stadien durchgeführt. Im Frühstadium ist eine Heilung möglich.