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Urologisches Zentrum

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Harnsteinleiden

Harnsteine entstehen als Kristallisation in  übersättigten Lösungen (wie z.B. wenn man Salz fortwährend in Wasser mischt). Oder aber von der Niere werden organische  Substanzen ausgeschieden, an denen sich die Harnsalze ablagern. Diese Substanzen dienen als Matrix der Harnkristalle und sind in diesen trotz unterschiedlicher mineralogischer Zusammensetzung nachweisbar.

Männer sind 3 x häufiger betroffen als Frauen. Gehäuftes Auftreten im 40. bis 50. Lebensjahr. Bei Kindern sind Harnsteine sehr selten und immer durch Stoffwechselerkrankungen verursacht. Es sind verschiedene Ursachen der Steinbildung bekannt. Betrachtet man die Bevölkerungsgruppen fällt es schnell auf, dass das Harnsteinleiden vor allem in den reichen Industrienationen vorkommt. Dies liegt vor allem an unserer falschen Ernährung und Bewegungsmangel.

Viele Menschen mit Harnsteinen leiden am sogenannten metabolischen Syndrom (Cholesterin, Blutzucker, Übergewicht). Aber auch Erkrankungen, Medikamente oder Harnabflusstörungen sowie Bettlägerigkeit können eine Ursache sein. Je nach Zusammensetzung (Material) unterscheidet man verschiedene Steinarten: z.B Whewellit (Calciumoxalatmonohydrat): häufigste Steinart: 70%,  Harnsäure : 15 %,  Urate : 5 %,  Zystin: 1 %,  Xanthin: <1%.

Die Zusammensetzung eines Steines kann nur in einem Speziallabor nach operativer Entfernung oder Spontanabgang bestimmmt werden. Ein Stein in der Niere wird in der Regel zufällig bei einem Routine- Ultraschall entdeckt und macht keine Beschwerden. Gelegentlich kann es aber zu leichten ziehenden Flankenschmerzen kommen. Nach der Lage des Steines innerhalb der Niere werden unterer-, oberer-, mittlerer Kelchgruppenstein und  Nierenbeckenstein oder  Nierenbeckenausgussstein unterschieden.

Sobald ein Stein (der fast immer in der Niere entsteht) in den Harnleiter eintritt, kommt es zu heftigen reißenden Flankenschmerzen mit Übelkeit und Brechreiz. Dieses ist der sogenannte Kolikschmerz. Frauen sagen, dass es schlimmer ist als Kinder kriegen! Oft ist dann auch Blut im Urin zu sehen oder man leidet unter häufigem Harndrang.  Hoden- oder  Leistenschmerzen können ebenfalls ein Symptom eines Harnleitersteines sein.

Begeben  Sie sich in einem solchen Fall sofort in die Praxis oder das Krankenhaus Waiblingen. Dort wird in der Regel zunächst eine Schmerztherapie durchgeführt, bevor die weitere Diagnostik stattfinden kann. Diese besteht in der  Harnanalyse, Blutuntersuchung, Ultraschall und einer Röntgenaufnahme der Nieren mit Kontrastmittel. Nur bei sehr starken Schmerzen oder einer gleichzeitig bestehenden Infektion des Harns mit Fieber muß eine sofortige operative (endoskopische) Entfernung des Steines erfolgen.

Ansonsten kann in der Regel bei kleinen Steinen bis 5 mm der Spontansteinabgang abgewartet werden. Kommt der Stein nicht von alleine, oder ist es ein größerer Stein wird eine Harnleiterspiegelung mit innerer Zertrümmerung und Entfernung der Steinteilchen durchgeführt. Manchmal wird anschließend eine sogenannte innere Harnleiterschiene (DJ) eingelegt um den Urinabfluss in die Blase sicher zu stellen. Harnsäuresteine können auch medikamentös aufgelöst werden. Große Nierensteine werden mit der äußeren Steinzertrümmerung (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie oder ESWL) oder aber mittels einer endoskopischen Steinentfernung, bei der die Niere von Außen punktiert wird (PCNL) behandelt.

Wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden ist die Behandlung aber nicht abgeschlossen. Jetzt liegt es an Ihnen zu vermeiden einen neuen Stein zu bilden. Man nennt dieses die Steinmetaphylaxe. Dazu gehört ausreichend körperliche Aktivität (leichteres Ausschwemmen von  Mikrolithen und Grieß),  regelmässiges Trinken (2,5 – 3 l/die) und eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung (Mischkost). Bei hoher Neigung zu Rezidivsteinen (normal: 15%) wird mit einem Medikament Ihr Harn leicht alkalisiert (d.h. der pH- Wert angehoben). Eine jährliche Kontrolle in der Praxis und alle 2 Jahre eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel sollten durchgeführt werden.